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Aussichten
Kurzgeschichte.
Verena Weiss.
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Konrad hatte das Theater satt. Dieser waidwunde Blick, die zitternde Unterlippe, das Gegreine und das brütende Schweigen,
wenn alles nichts gefruchtet hatte – das konnte einen schon mürbe machen. Er hatte nichts getan und nichts gesagt, und genau
das hatte sie ihm wieder vorgeworfen, was konnte er denn dafür, wenn ihn dieser ganze Kram nicht interessierte. Es mochte Stunden
dauern, bis sie wieder mit ihm sprach, oder Tage, diese Zeit war immer mühsam, denn da ging er ihr aus dem Weg, wo er konnte.
Nicht anstreifen, war die Devise, darin war er eigentlich ganz gut, aber wenn man aufpassen musste, tatsächlich nicht anzustreifen,
war das durchaus anstrengend. Wo sollte man auch hin, in der elenden Dreizimmerbude. Sein Zimmer hatte er abgeben müssen, als die
Schwiegermutter aus heiterem Himmel der Schlag getroffen hatte – soll sie doch zu uns kommen, ich kümmere mich, ist doch sowas
wie meine Pflicht als Tochter, wir holen eine Heimhilfe dazu. ...
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