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Chaos-Theorie

Gexi Tostmann.
Text: Verena Weiss. / Fotos: Peter Olschinsky.

 

Gesine Maria Tostmann ist nach eigener Definition ein Mensch, dem die Dinge des Lebens zustoßen. „Sie passieren mir einfach, ob ich
nun will oder nicht.“ So war sie anfangs gar nicht unbedingt begeistert, als ihr Mutter Marlen die Sammlung „Hüte, Hauben und Spencer“
überantwortete. Sie liebte die Stücke, zweifelsohne – aber genau da lag auch das Problem: Der Schatz musste aufwändig restauriert, archiviert,
vervollständigt, und – für Tostmann das Wichtigste – Interessierten zugänglich gemacht werden. Denn Gexi Tostmann sammelt nicht für sich;
genau genommen sammelt sie überhaupt nicht, zumindest nicht aktiv. Das Gefühl des Haben wollens ist ihr fremd; die meisten der wertvollen
Kopfbedeckungen werden ihr geschenkt – was die Verantwortung nicht gerade minimiert. Zu Beginn fristeten die Hüte ihr Dasein in gerade
freien Laden und Kästen, bis die mühevolle Archivierung in Angriff genommen wurde, die immer noch nicht vollständig abgeschlossen ist.
Jetzt lagert ein Großteil der rund 300 Kunstwerke, von denen sie jedes einzelne Stück kennt, fein säuberlich in Seidenpapier eingepackt und
beschriftet im Archiv in der Wiener Schottengasse. ...